Erneut zum Thema WhatsApp und Datenkapitalismus

Wie ich kürzlich angemerkt habe besteht das Wesen von WhatsApp in Datensammlerei zum Zwecke des Weiterverkaufs an Werbetreibende, damit jeder Nutzer der Dienste gezielte, angepasste, zugeschnittene und gerichtete Werbung angezeigt bekommt. Das Wesen von WhatsApp hat sich von Kommunikationsplattform zu Geldmacherei (für Facebook Inc.) gewandelt. Natürlich bleiben hier vordergründig Privacy-Argumente in der Diskussion, und ja, ihr habt ja alle nichts zu verbergen, is klar. Aber – was treibt Facebook da? Wie auf threema.ch nachzulesen ist:

«Metadaten verraten Ihnen absolut alles über das Leben einer Person. Wenn Sie genug Metadaten haben, brauchen Sie den Inhalt nicht wirklich.» (Stewart Baker, früherer NSA General Counsel)

Somit wird der Nutzer, hinter dem eine Person steckt, zum monetär wertbehafteten Datensatz. Und damit wird gehandelt. Facebook teilt uns in Gruppen ein, mit diesem oder jenen Interesse, deswegen könnte Dir dieses oder jenes gefallen. Das ist keine Empfehlungskultur, sondern kapitalisierte Interessenverwertung. Oder anders gesagt: eine Form von Menschenhandel.

Ja, zugegeben, der Vergleich hinkt. Immerhin werden wir ja nicht versklavt – oder doch? Die weite Verbreitung und allgemeine Verfügbarkeit von Facebook und WhatsApp, die vom Unternehmen auch vorangetrieben wird, bringt einen Systemzwang mit sich: Melde dich an, so der Imperativ der Nutzer. Es kostet auch kein Geld, also gibt es keine pragmatischen, unmittelbaren Argumente dagegen. Es sei denn, man reflektiert.

Das Thema ist einfach Gesprächsthema, und das ist auch gut so. Ich verteidige gern meinen Ausstieg, auch wenn ich das schon bemerkenswert finde, dass solch eine Abkehr auf eine ablehnende Haltung stösst. Immerhin bietet das die Möglichkeit ins Gespräch zu kommen und bestenfalls anderen die Argumente und Überlegungen vorzutragen.

Soviel als Nachklang meiner Erklärung.

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